Vesko Gösel explores the condition of photography in alternate timelines and its relation to both the everyday as well as to the art world.

Bilder, die Rauschen 

 

Spannungsschwankungen bei warmen Wetter

Gut gelaunte negative Elektronen

Bunte Störpixel – in dunkelblauen, dunkelgrünen und schwarzen Bereichen

Reize des Unklaren, Verschwommenen

 

Rauschen ist die Eigenschaft aller elektronischen Schaltkreise. 

Sie scheint eine Schwachstelle zu sein.

In der Fotografie ist Rauschen das Synonym für technisches Ungenügen.

 

Der Bildsensor ist ein elektronisches Bauteil, was Licht in eine Strahlung umwandelt. Eine elektronische Ladung wird hierbei durch die Menge an Ladungsträgern (negativ geladenen Elektronen) bestimmt. Mehr Elektronen bedeuten einen helleren Bildpunkt, wenige Elektronen einen dunkleren. In jedem Halbleiter, dem Kamera-bildsensor, befinden sich auch immer freie Elektronen, die das Bildergebnis dementsprechend beeinflussen / “verfälschen”. Je wärmer der Halbleiter, desto mehr freie Elektronen – Je wärmer der Bildsensor desto mehr rauscht er.

 

Nehmen wir an, du sitzt im Café mit einer Freundin, einem Freund. 

Eure Worte entsprechen dem Licht, dass beim Fotografieren auf den Sensor trifft. Ein Pianist spielt im Hintergrund. 

Er entspricht der Grundspannung – den freien Elelktronen – die zum Verstehen eurer Worte gefiltert werden müssen.

 

Aggressive Rauschunterdrückung

Bildstabilisator

Darkframe-Substraction

Bildbearbeitungsprogramme:

Wavelet Denoise

Neat Image

Noise Ninja

Hotpixel

 

Der blaue Kanal

ent-rauschen

 

Canon Ixus – f2,8 – 1/15sec. – iso 800

Olympus Mju – f4,5 – 1/60sec. – iso 3200

 

Kleines Manifest für die Nostalgie in der digitalen Fotografie

 

Rauschen als Bedeutungsfreier Raum

Rauschen als positives Chaos

Wider dem ästhetisch Stöhrenden

Für eine Ästhetik der Stöhrung

Rauschen ist die neue Renitenz der Fotokamera

 

Die freien Elektronen sind unsere Abwehr

 

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